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Bärenfang – Handgemacht

Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich mich über die Imkerei meinen Vorfahren aus Ostpreußen annähern würde….

Honig ist hauptsächlich als Brotaufstrich bekannt, in der Küche auch als Zutat beim Backen, Braten oder Kochen… manchem geläufig. Im Zusammenhang mit Alkohol ist Honig nicht ganz so bekannt. Ich hörte vom „Bärenfang“, einem Honiglikör; im Verlaufe der Suche nach Rezepten las ich darüber, dass dieser Honiglikör seinen Ursprung wohl in Ostpreußen habe, der Heimat meiner geflüchteten Eltern. Dort wurde der Honigwein im Grunde aus einem „Abfall“-produkt bei der Honigernte gewonnen; die dortigen Kleinbauern lebten mehr als bescheiden. Beim sogenannten „Entdeckeln“ (Entfernen von Wachs) der prall gefüllten Honigwaben, bleibt immer ein wenig Honig an den Wachsresten kleben. Diese Wachsreste entfernte man,  indem man sie in hochprozentigem Alkohol auflöste und anschließend mit unterschiedlichen Gewürzen und anderen Zugaben verfeinerte. Das mußte ich auch ausprobieren! Nach einigen Proben mit unterschiedlichen Zutaten habe ich mein Rezept gefunden. Ein wunderbarer Trunk in der kalten Jahreszeit; genauso wie vor 100 Jahren im eiskalten, winterlichen Ostpreussen.

Anekdote zur Namensentstehung „Bärenfang“

In preußischer Lektüre wird berichtet, dass ein junger Imkergehilfe einen Baum zwecks Ernte des dortigen Honigs erklimmen wollte. Die damals noch zahlreichen Bären hatten das gleiche Ziel; auch sie waren hinter dem Honig her. So gab man den Bären Honiglikör. Sobald die Bären angetrunken waren, konnte dann der Honig aus den Baumhöhlen Bedenkenlos geerntet werden. Vermutlich aus dieser Zeit stammt die Bezeichnung „Meschkinnes“, mit “Bärenfang” deutsch übersetzt wird.

Sachgerechte Lagerung ist wichtig.  Bärenfang soll dunkel und nicht zu kühl gelagert werden; sonst setzt sich der Honig im Getränk leicht ab.

Mir persönlich schmeckt Bärenfang am besten, wenn dieser vor dem Genuss gut gekühlt wurde.

 

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